Strato V-Server Howto

Der virtuelle Server für meine Projekte ist mittlerweile schon wieder etwas in die Jahre gekommen – anfangs war Debian Sarge drauf, zuletzt squeeze, nicht zu schweigen von etch und lenny. Da ich in einem neuen Tarif für weniger Geld deutlich mehr Speicher bekomme, aber keinen Paketwechsel durchführen kann, ziehen einfach die Daten auf einen neuen Server um, dann ist mal wieder alles nice and clean 🙂

Ich bevorzuge nämlich einen Server ohne Plesk und was da sonst noch so dazugehört, vor allem wenn man ihn nur für ein paar Webprojekte ohne eMails etc. verwendet. Für eMailspace verwende ich Domainfactory, da hab ich Viren- und Spamschutz gleich mit drinnen.

Damit ich nicht vergesse, was ich im Laufe der Einrichtung alles gemacht habe, schreibe ich das ganze hier auf – falls jemand das nachmachen möchte, sollte er folgendes mitbringen:

  • Eine Möglichkeit, das System neuzubooten und neuzuinstallieren, falls etwas sehr schief geht
  • Linuxkenntnisse …
  • Zeit, den Server einzurichten

Und das hat man davon (wenn alles klappt):

  • Ein sauberes System, nur mit Apache/MySQL/PHP..
  • Hackern und die die welche sein wollen einen Riegel vorschoben
  • Kein Plesk, und man wird es vermutlich auch nicht nachinstallieren können.

Da ich privat schon lange Ubuntu verwende, wollte ich mal Ubuntu Server 12.04 LTS ausprobieren, also im Menü die OneClick Installation mit leeren 12.04 LTS starten und kurz warten – schon kann es losgehen!

Erstmal einen eigenen User anlegen. Das geht so

adduser [username]

Root-Rechte für die weitere Installation kann man sich dann in bekannter Manier per

su

verschaffen. Allgemein wird empfohlen, für den SSH-Zugriff einen Login von Root zu verbieten. Für diese und andere Einstellungen öffnet man per Texteditor die Konfigurationsdatei unter

vi/etc/ssh/sshd_configure

Die fragliche Konfigurationszeile lautet dann

PermitRootLogon no

Die Änderung wir ab einem /etc/init.d/ssh restart gültig.

Achtung: Über den adduser-Dialog sollte man vorher aber unbedingt einen weiteren Nutzer-Account eingerichtet haben, sonst sperrt man sich als root aus dem eigenen Rechner aus!

Für die folgenden Schritte sollte man sich mit su Root-Rechte erworben haben:

apt-get update für ein aktualisieren der Repository Quellen.

apt-get install apache2 php5 mysql-server php5-mysql phpmyadmin

Nach einer Bestätigung für Download und Installation mit Y folgen einige Dialoge für das setzten des Passworts für MySQL etc. (Sollte bei MySQL keine Passwort gesetzt worden sein: https://dev.mysql.com/doc/refman/5.5/en/resetting-permissions.html) Für den phpmyadmin empfehle ich „NO“ bei common-mode.

Dann hat man eigentlich schon alles notwendige installiert und kann dann für das einrichten der mySQL Zugänge bequem das Webinterface verwenden:

http://[hostname]/phpmyadmin

Auf demselben Weg lassen sich nach Wunsch weitere PHP-Pakete nachinstallieren:

apt-get install php5-curl php5-gd php5-imap

Um zusätzliche Apache2 Module zu installieren kann man folgenden Befehl benutzen:

a2enmod rewrite (für mod_rewrite)

Ob PHP richtig konfiguriert ist, lässt sich einfach überprüfen, indem man in jenem Verzeichnis, aus dem der Apache die Web-Seiten serviert – standardmäßig /var/www – eine Datei irgendeinname.php anlegt, die folgenden simplen PHP-Code zum Inhalt hat:

<? phpinfo();  ?>

Da ich wie oben erwähnt keine Postfächer auf dem Server verwende, muss der Server nur eMails verschicken können. Die Installation dafür startet man mit

apt-get install exim4-daemon-light mailutils

Wichtig ist bei dieser Konstellation, Exim auf dem eigenen Webserver so zu entschärfen, dass er keine Mails von außen annimmt, sondern nur noch interne Systemmails an den Administrator zustellt. Da ich gelegentlich auch per Skript Mails versenden will, muss Exim sie allerdings hinaus senden können. Im Konfigurationsdialog von Debian, der jederzeit wieder mit

dpkg-reconfigure exim4-config

aufgerufen werden kann, habe ich deshalb die Basis-Funktionalität “Internet-Server” gewählt und eingehende SMTP-Verbindungen auf die lokale IP 127.0.0.1 beschränkt.

Testen kann man das dann mit folgendem Befehl:

echo „This is a test.“ | mail -s Testing user@domain…

Zum Verwalten von Dateien und Kopieren derer von und zu FTP-Server mag ich persönlich MC recht gerne. Der lässt sich auch noch ganz einfach so nachinstallerien:

apt-get install mc

So dann sind wir schon fertig. Für alle die jetzt nur Bahnhof verstanden haben: sorry, aber ich musste mir das irgentwo aufschreiben 😉

Jetzt kann damit begonnen werden, z.B. WordPress zu installieren.

Wer auch den Server auch als eMail Server verwenden will, dem sei dieses HowTo empfohlen: http://www.howtoforge.com/perfect-server-ubuntu-12.04-lts-nginx-bind-dovecot-ispconfig-3

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